KinderwunschZentrum-Hafencity

Aktuelles zum Thema Kinderwunsch

AMH-Spiegel und Eierstockfunktion bei schwerer Endometriose

Ca. 8 % aller Frauen im reproduktiven Alter weisen eine Endometriose auf. Die Pathogenese der Endometriose ist immer noch nicht eindeutig geklärt. In einer prospektiv randomisierten Studie wurde von Pacchiarotti et al. (2014) untersucht, welche Bedeutung der AMH-Serumspiegel bei Frauen mit Endometriose für die Funktion des Eierstocks hat. Der AMH-Serumspiegel ist direkt mit der Anzahl der reifenden Eizellen verbunden. Es zeigten sich bei Frauen mit schwerer Endometriose statistisch signifikant niedrigere AMH-Serumspiegel als bei einer Kontrollgruppe von fertilen gesunden Frauen. Dabei waren die Ergebnisse beider Gruppen homogen in Bezug auf Alter und BMI. Es konnte somit gezeigt werden, dass das Vorliegen einer Endometriose einen negativen Einfluss auf die Eierstöcke hat. Der AMH-Serumspiegel ist somit ein Marker für die Funktionsfähigkeit der Eierstöcke und bei Frauen mit Endometriose besonders wichtig, um diese rechtzeitig vor dem Nachlassen der Eierstockfunktion in der Realisierung des Kinderwunsches zu unterstützen und im Rahmen der Behandlung die Dosis der hormonellen Stimulation optimal anzupassen.

Schlechtere Schwangerschaftsrate bei Vitamin D-Mangel

Vitamin D ist wichtig für die Knochen, das ist bekannt. Mittlerweile ist bekannt, dass Vitamin D auch vielfältige wichtige Aufgaben hat z.B. in der Prävention bestimmter Krebserkrankungen, bei Autoimmunerkrankungen, Diabetes und kardiovaskulären Erkrankungen.

Neue Studien zeigen auf, dass ein Mangel an Vitamin D die Erfolgschancen bei Kinderwunsch verschlechtert. Eine ausreichende Versorgung mit Vitamin D scheint somit für die Fruchtbarkeit von Bedeutung. Eine größere US-amerikanische Studie aus dem Jahre 2012 untersuchte den Zusammenhang zwischen den Vitamin-Blutspiegeln und dem Erfolg bei IVF-Behandlungen. Bei ausreichend mit Vitamin D versorgten Frauen zeigte sich im Rahmen einer IVF-Therapie eine bis zu 4x höhere Schwangerschaftsrate.

Rudnik B et al.: Characterizing the influence of vitamin D levels on IVF outcomes. Hum Reprod 27 (2012) 3321-3327

Wir beraten Sie im Kinderwunschzentrum Hafencity gerne im Hinblick auf die Diagnostik sowie die Möglichkeiten der Normalisierung des Vitamin-D-Spiegels.

Fettemulsionen können möglicherweise das Immunsystem modulieren

Die uterinen natürlichen Killerzellen (uNK-Zellen), eine Untergruppe der natürlichen Killerzellen, kommen in der Gebärmutter vor und gelten als wesentlicher Kommunikationspartner während der Einnistung und in der frühen Schwangerschaft. Offensichtlich besteht aber eine enge Verbindung mit den natürlichen Killerzellen, wie man sie im Blut findet und durch eine Blutuntersuchung untersuchen kann. Es gibt anscheinend Situationen, in denen die natürlichen Killerzellen vergleichsweise aggressiv reagieren und in einem hohen Maße andere Zellen vernichten, welches in bestimmten Situationen, wie z. B. Krebserkrankungen, sehr günstig ist. Allerdings sollte ein gewisses Maß an „Aggressivität“ der natürlichen Killerzellen im Einnistungsprozess nicht überschritten werden.

Ein „überaktives“ Immunsystem kann bei manchen Frauen der Grund für habituelle Aborte (mehrere aufeinanderfolgende Fehlgeburten) oder auch für ein Implantationsversagen sein.

Es wurde festgestellt, dass die natürlichen Killerzellen Rezeptoren für Lipoproteine (mindestens 4) besitzen, die offensichtlich auf Lipoproteine mit einer Herabsetzung ihrer Aggressivität reagieren.

Das Therapiekonzept der Fettemulsionen wurde vor diesem Hintergrund entwickelt und gilt als indiziert, wenn eine erhöhte Toxizität der NK-Zellen nachgewiesen wurde und gleichzeitig Hinweise auf Implantationsstörungen, habituelle Aborte, Autoimmunerkrankungen wie z.B. Hashimoto Thyreoiditis oder Gerinnungsstörungen vorliegen. Durch die Behandlung mehrfacher Infusionen mit Fettemulsionen ist es sehr gut möglich, die NK-Toxizität offensichtlich über Monate hinweg zu senken und dadurch günstigere Bedingungen für die Einnistung zu schaffen. 

Social Freezing

Die Anzahl und Qualität der Eizellen jeder Frau nimmt mit zunehmenden Lebensalter ab. Im fortgeschrittenen reproduktiven Alter ist ein hoher Prozentsatz der verbliebenen Eizellen nicht mehr in der Lage, einen lebensfähigen Embryo hervorzubringen.

Das Einfrieren von unbefruchteten Eizellen (auch oocyte cryopreservation, egg freezing oder social freezing genannt) ist eine Möglichkeit, den Kinderwunsch „auf Eis zu legen“. Eine neue Methode, die sogenannte Vitrifikation macht dies möglich. Wir informieren Sie im KinderwunschZentrum Hafencity gerne über die Möglichkeiten und Erfolgschancen.

Neues Kulturmedium (EmbryoGen®) bei Fehlgeburtsneigung oder Implantationsversagen

Es gibt ein neues Kulturmedium (Flüssigkeit, in der Eizellen/ Embryonen kultiviert werden), das einen speziellen Wachstumsfaktor (GM-CSF = Granulocyte Macrophage Colony – Stimulating Factor) enthält. Dieser natürliche Wachstumsfaktor wird normalerweise im weiblichen Genitaltrakt produziert und unterstützt die Embryonenentwicklung und Einnistung.

Eine Studie an 1332 Patientinnen, die im Vorfeld eine Fehlgeburt hatten, konnte bei den in EmbryoGen® kultivierten Eizellen/ Embryonen eine deutliche Verbesserung der Einnistungsrate und eine höhere Geburtenrate nachweisen. Die 352 geborenen Kinder waren gesund, und es traten weniger Schwangerschaftskomplikationen auf (Ziebe et al., „A randomized clinical trial to evaluate the effect of granulocyte-macrophage colony-stimulating factor (GM-CSF) in embryo culture medium for in vitro fertilization“). Das Medium wir sowohl in der Phase der Befruchtung, bei der Emryonen-Kultur und für den Transfer benutzt.

Endometriumscratching

Studien geben Hinweis zur Verbesserung der Schwangerschaftsrate nach Verletzung des Endometriums (Endometriumscratching).

Schon in der Vergangenheit ist aufgefallen, dass Kinderwunschpatientinnen, bei denen im Rahmen der Diagnostik oder aufgrund von Veränderungen der Gebärmutter eine Spiegelung (Hysteroskopie) durchgeführt wurde, im direkt darauffolgenden Zyklus häufiger schwanger wurden als erwartet. Eine Auswertung von mehreren aussagekräftigen Studien hat nun ergeben, dass eine lokale Reizung (mittels Pipelle) der Gebärmutterschleimhaut im Vorzyklus (= Scratching) eine deutlich bessere Schwangerschaftsrate verspricht. Sprechen Sie uns an - wir beraten Sie gerne, ob diese Methode für Sie in Frage kommt.

° Local endometrial injury and IVF outcome: a systematic review and meta-analysis, Reproductive BioMedicine Online | 26 June 2012

° Scratching the womb lining could double IVF pregnancy rates, Reprod Biomed Online. 2012 Oct;25(4):345-5

Neues Medikament für die Behandlung von gutartigen Muskelveränderungen der Gebärmutter

Uterusmyome sind häufig auftretende gutartige hormonsensitive Tumoren in der Gebärmutter im fruchtbaren Alter. Man geht davon aus, dass etwa 40 % aller Frauen im Alter zwischen 35 und 55 Jahren Myome haben. Häufig ist das Auftreten von Myomen mit sehr starken uterinen Blutungen und damit verbundener Anämie, Schmerzen und Infertilität verbunden. Dadurch wird die Lebensqualität der betroffenen Frauen zum Teil in hohem Maße beeinträchtigt. Bisherige Behandlungsoptionen bestanden vorwiegend in einer chirurgischen Intervention. Oft ist dabei eine Entfernung der Gebärmutter das Mittel der Wahl. Gerade Patientinnen mit noch bestehendem Kinderwunsch profitieren von einer relativ neu etablierten Therapie mit selektiven Progesteron-Rezeptor-Modulatoren (SPRM). Der dabei eingesetzte Wirkstoff heißt Ulipristalacetat. Die Vorteile der Behandlung sind eine sehr rasch einsetzende Blutungskontrolle sowie eine Myomverkleinerung von mindestens 25 %. Die Anwendung hat keine nennenswerten Nebenwirkungen.

Wenn Sie Fragen haben, beraten wir Sie gerne.

Medikamentöse Behandlung der Endometriose

Häufig liegt bei Patientinnen mit unerfülltem Kinderwunsch eine Endometriose vor, die die Fruchtbarkeit (mit)beeinflusst. Typisch sind Schmerzen zu Beginn der Regelblutung, Schmerzen beim Geschlechtsverkehr (Dyspareunie) oder auch zyklusunabhängige Schmerzen im Beckenbereich. Dem Menstruationszyklus unterworfene außerhalb der Gebärmutter gelegene oder in die Gebärmutterwand hineinwachsende Schleimhautareale sind die Ursache. Der Verlauf ist häufig chronisch. Durch die wiederholten Blutungen der Endometrioseherde an Stellen, an denen das Blut nur erschwert abfließen kann, kommt es zu einer dauernden Reizung des umliegenden Gewebes. Die Folge davon können Verwachsungen und Vernarbungen sein.

Ein Gestagenmonopräparat mit dem Wirkstoff Dienogest kann sowohl den Schmerz im Beckenbereich als auch das Fortschreiten der Erkrankung verhindern.

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