Unsere ICSI-Erfahrung im Kinderwunschzentrum Hafencity

Wir sind 31 und 35 Jahre alt und hatten uns schon lange ein gemeinsames Kind gewünscht. Am Anfang waren wir noch ganz entspannt. Wir dachten, dass es einfach etwas dauern würde, und dass wir uns nicht unter Druck setzen sollten.

Doch mit jedem Monat, in dem es wieder nicht „geklappt“ hatte, wurde die Situation schwieriger. Wir versuchten, uns gegenseitig Mut zu machen. Trotzdem wurde die Enttäuschung auf beiden Seiten immer größer. Besonders belastend waren gut gemeinte Fragen von Freunden oder der Familie. Sätze wie „Wann ist es bei euch so weit?“ trafen uns irgendwann mehr, als wir zeigen wollten.

Nach einer längeren Zeit entschieden wir uns, Unterstützung zu suchen. Dieser Schritt fiel uns nicht leicht. Für uns fühlte es sich zunächst wie ein Eingeständnis an, dass etwas nicht funktionierte. Gleichzeitig wollten wir endlich wissen, woran wir waren und welche Möglichkeiten wir hatten.

Vor unserem ersten Termin im KinderwunschZentrum Hafencity waren wir beide sehr nervös. Wir wussten nicht, was uns erwartet, und hatten Angst vor dem, was bei den Untersuchungen herauskommen könnte.

Schon das erste Gespräch hat uns aber etwas von dieser Unsicherheit genommen. Wir konnten erzählen, wie lange wir es bereits versucht hatten und wie sehr uns das Thema inzwischen beschäftigte. Es tat gut, offen darüber sprechen zu können, ohne dass uns jemand mit gut gemeinten Ratschlägen abspeiste.

Nach den Untersuchungen wurde uns auf Grund des Spermiogrammbefundes eine ICSI-Behandlung empfohlen. Für uns war das zunächst schwer zu verarbeiten. Wir hatten zwar damit gerechnet, dass eine Behandlung notwendig sein könnte. Trotzdem war es etwas anderes, diese Empfehlung tatsächlich zu hören.

Auf dem Heimweg waren wir ziemlich still. Wir mussten beide erst einmal verstehen, was das für uns bedeutete. Gleichzeitig waren wir auch erleichtert. Zum ersten Mal seit Langem hatten wir das Gefühl, nicht mehr nur warten zu müssen, sondern aktiv etwas tun zu können.

Der Beginn der Behandlung:

Als die Behandlung begann, wurde der Kinderwunsch plötzlich zu einem festen Bestandteil unseres gesamten Alltags. Es gab Termine, Medikamente und genaue Zeitpunkte, an die wir uns halten mussten.

Die täglichen Spritzen kosteten uns anfangs viel Überwindung. Wir machten es meistens gemeinsam. Mein Mann bereitete alles vor und  versuchte, Ruhe auszustrahlen. Nach einigen Tagen wurden wir sicherer, auch wenn es nie wirklich angenehm wurde.

Körperlich und emotional war diese Zeit anstrengend. Wir waren müder als sonst, empfindlicher und zum Teil auch sehr  gereizt. Es gab Tage, an denen wir uns sehr nah waren. An anderen Tagen konnten wir das Thema kaum noch hören.

Uns wurde in dieser Zeit bewusst, dass wir die Behandlung unterschiedlich erlebten. Während ein Teil von uns körperlich viel aushalten musste, fühlte sich der andere manchmal hilflos. Wir mussten erst lernen, darüber zu sprechen, ohne die Belastung des anderen mit der eigenen zu vergleichen.

Jeder Termin war für uns mit Hoffnung verbunden. Gleichzeitig hatten wir jedes Mal Angst, dass etwas nicht so verlaufen könnte wie geplant.

Wir versuchten, uns nicht zu früh zu freuen. Trotzdem malten wir uns immer wieder aus, wie es wäre, wenn die Behandlung erfolgreich ist. Wir sprachen über Kinderzimmer, Namen und darüber, wie wir es unserer Familie erzählen würden. Kurz danach ermahnten wir uns wieder gegenseitig, noch nicht zu weit vorauszudenken.

Dieses ständige Schwanken zwischen Hoffnung und Vorsicht war für uns besonders belastend. Wir wollten positiv bleiben, aber uns gleichzeitig vor einer möglichen Enttäuschung schützen. Wirklich erfolgreich gelungen ist uns das nicht.

Die Eizellentnahme:

Vor der Eizellentnahme waren wir beide aufgeregt. Auch wenn uns der Ablauf erklärt worden war, hatten wir Angst davor.

Am Tag selbst waren wir froh, dass wir zusammen waren. Einer von uns konnte bei dem Eingriff zwar nicht direkt dabei sein, aber allein das Wissen, dass der andere in der Nähe wartete, half uns sehr.

Nach dem Eingriff waren wir erschöpft und verbrachten den restlichen Tag zu Hause. Wir versuchten, nicht ständig darüber zu sprechen, wie viele Eizellen gewonnen worden waren und wie es nun weitergehen würde. Natürlich gelang uns genau das nicht.

Wir warteten auf den Anruf aus dem Labor und sahen immer wieder auf unsere Telefone. Dieses Warten fühlte sich endlos an. Als wir schließlich erfuhren, dass es weitergehen konnte, fiel uns ein großer Stein vom Herzen.

Der Embryotransfer:

Der Tag des Embryotransfers war für uns etwas ganz Besonderes. Der Termin selbst dauerte nicht lange. Für uns war er trotzdem sehr emotional.

Bis dahin hatten sich viele Teile der Behandlung technisch und schwer greifbar angefühlt. An diesem Tag wurde uns zum ersten Mal wirklich bewusst, dass daraus vielleicht eine Schwangerschaft entstehen könnte.

Wir hielten uns an den Händen und versuchten, den Moment bewusst wahrzunehmen. Gleichzeitig hatten wir Angst, zu viel Hoffnung zuzulassen.

Als wir das Kinderwunschzentrum verließen, fühlten wir uns anders als zuvor. Wir waren erleichtert, dass wir diesen Punkt erreicht hatten. Aber wir wussten auch, dass wir nun wieder nichts tun konnten, außer zu warten.

Die längsten Tage unseres Lebens:

Die Zeit bis zum Schwangerschaftstest war für uns der schwierigste Teil der Behandlung.

Wir achteten auf jedes noch so kleine körperliche Zeichen. War die Müdigkeit ein gutes Zeichen? Bedeutete das Ziehen im Bauch etwas? War es schlecht, wenn wir gar nichts bemerkten?

Wir wussten selbst, dass wir uns damit verrückt machten. Trotzdem konnten wir kaum anders. Wir suchten im Internet nach Erfahrungen anderer Paare und fanden dabei jede denkbare Antwort. Das beruhigte uns nicht, sondern machte uns meistens nur noch unsicherer.

Auch miteinander war diese Zeit nicht immer einfach. Einer von uns wollte ständig reden, während der andere zwischendurch Abstand brauchte. Wir mussten lernen, dass wir nicht jeden Moment gleich empfinden mussten.

Wir versuchten, unseren Alltag normal weiterzuführen. Wir gingen arbeiten, trafen Freunde und erledigten unsere üblichen Aufgaben. Innerlich drehte sich jedoch fast alles nur um die eine Frage: Hat es geklappt?

Der Schwangerschaftstest:

Am Tag des Schwangerschaftstests waren wir beide früh wach. Wir waren angespannt und versuchten gleichzeitig, uns nichts anmerken zu lassen.

Das Warten auf das Ergebnis war kaum auszuhalten. Als das Ergebnis schließlich Test positiv war, waren wir zunächst vollkommen sprachlos.

Wir sahen uns nur an und fingen beide an zu weinen. Es war eine Mischung aus Freude, Erleichterung und Unglauben. Nach all den Monaten der Enttäuschung fiel es uns schwer zu begreifen, dass es tatsächlich geklappt haben könnte.

Trotzdem konnten wir uns noch nicht völlig fallen lassen. Die Angst blieb. Wir wussten, dass ein positiver Test noch nicht bedeutete, dass nun automatisch alles gut gehen würde.

Die ICSI-Behandlung war für uns eine der intensivsten Erfahrungen, die wir bisher als Paar gemeinsam gemacht haben.

Wir haben uns in dieser Zeit sehr nah gefühlt, aber auch erlebt, wie unterschiedlich wir mit Angst und Unsicherheit umgehen. Es gab Tage, an denen wir stark waren, und Tage, an denen wir einfach nicht mehr konnten.

Im KinderwunschZentrum Hafencity hatten wir das Gefühl, mit unserem Wunsch und unseren Sorgen ernst genommen zu werden. Für uns war besonders wichtig, Fragen stellen zu können und zu wissen, was als Nächstes passiert. Vom ersten Termin bis zum positiven Herzschlag fühlten wir uns im KinderwunschZentrum Hafencity gut, kompetent und eifühlsam aufgehoben.

Trotz unserer positiven Erfahrung würden wir niemals behaupten, dass eine Kinderwunschbehandlung ein einfacher Weg ist. Die Behandlung hat unseren Alltag, unsere Beziehung und unsere Gefühle stark beeinflusst. Es gibt keine Garantie, dass es funktioniert, und genau diese Unsicherheit begleitet einen während der gesamten Zeit.

Für uns war die Entscheidung für die Behandlung dennoch richtig. Wir sind froh, dass wir den Schritt gemeinsam gegangen sind. Rückblickend haben wir nicht nur viel über unseren Kinderwunsch gelernt, sondern auch darüber, wie wir uns gegenseitig unterstützen können, wenn wir keine Kontrolle über das Ergebnis haben.

Wir würden anderen Paaren raten, offen miteinander zu sprechen und sich nicht dafür zu verurteilen, wenn einer von beiden einmal mehr Hoffnung oder mehr Angst empfindet. Wir mussten nicht immer gleich stark sein. Entscheidend war für uns, dass wir den Weg gemeinsam gegangen sind.

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